Belebte Konkurrenz: PKV steigert Neugeschäft um 20 Prozent

18.11.2011, Private Krankenversicherungen (PKV) scheinen in diesem Jahr der gesetzlichen Konkurrenz die Kunden regelrecht abzujagen. Die PKV hat im Systemwettbewerb zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen deutlich zugelegt: Allein im ersten Halbjahr konnte die private Krankenversicherung nach Aussage des PKV-Verbands einen Zuwachs bei den Vollversicherten von 54.000 verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg von 20 Prozent. Damit sind 8,95 Millionen Menschen in der PKV krankenversichert. Zudem hätten die PKV-Anbieter bis Mitte 2011 rund 119.000 Zusatzversicherungen abgeschlossen – auch dieser Wert liegt deutlich über dem des Vorjahres.

Der PKV-Verband führt diese Belebung des Neugeschäfts insbesondere auf die Hilfe der Regierung zurück. Zum Jahresanfang war die 3-Jahres-Frist abgeschafft worden. Diese Frist, bei der das Einkommen an drei aufeinander folgenden Stichtagen die Versicherungspflichtgrenze übersteigen muss, hatte insbesondere gut verdienende Angestellte daran gehindert, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV zu wechseln. Doch seit 2011 können Versicherte die GKV bereits verlassen, wenn das Gehalt einmalig die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Da damit Gutverdiener die GKV nun schneller verlassen können, kommt es bei den Kassen folglich zu deutlichen Beitragsausfällen.

Doch auch im kommenden Jahr rechnet die Branche mit einer weiteren Belebung in der PKV. Das Interesse der Kunden wird dabei vor allem durch die weitere Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, sowie durch Diskussionen rund um das Leistungsangebot entfacht. Doch vor einem Wechsel der Krankenversicherung sollte man sich gut informieren, denn auch nach einem erstmaligen Überschreiten der Pflichtgrenze, muss der Wechsel im Hinblick auf ihre Lebensumstände und Bedürfnisse nicht unbedingt das Richtige sein.


Weitere News zum Thema